Kennen Sie die farbenfrohe „Marianne“ über dem Eingang des Aalener Rathauses? Oder das leicht schiefe roststahlbraune „Haus“ mitten im Kreisverkehr unterhalb der Hochbrücke? Wann haben Sie sich das letzte Mal erfrischt an einem der kunstvoll gestalteten Brunnen im Stadtgebiet von Aalen oder sind den mächtigen Fäusten des „Herkules“ gegenübergestanden?
Kunst findet sich mitten in der Stadt - kostenlos, frei zugänglich und zu jeder Tageszeit erlebbar. Entstanden sind viele dieser besonderen Kunstorte im Zuge neuer Verkehrsführungen. Der kreative Umgang mit diesen Plätzen sollte das Stadtbild neu beleben. Und weitere Kunstwerke kommen dazu: So sind auf dem Stadtoval neue Skulpturen entstanden, die aus dem 2023 von der Stadt Aalen aus-gelobten Kunstwettbewerb hervorgegangen sind.
Mit Kunst!Stadt!Aalen! laden wir Sie ein, die ein die Kunstvielfalt in Aalen zu entdecken - zu Fuß oder mit dem Rad.
Künstler: Stephan Balkenhol
Titel: Paar 2001
Material: Douglasie, farbig gefasst, Höhe ca. 2,00 m
Standort: Neues Tor, Südlicher Stadtgraben
Mit der Planung neuer Verkehrsführungen, entstanden interessante Platzsituationen. Diese Orte sollten kreativ belebt werden. Den Anfang machte der international bekannte Bildhauer Stephan Balkenhol. Für das Gebäude „Neues Tor“ entstand im Auftrag der Stadt das „Paar“. Platziert auf Holzsockeln im oberen Bereich der Tordurchfahrt, stehen sich Frau und Mann frontal gegenüber. Ohne erkennbare Mimik schauen beide geradeaus. Offen bleibt, ob sie sich anschauen. Sie trägt ein kräftig grünes Kleid, er schwarze Hosen und ein weißes Hemd. Sie stützt die rechte Hand in die Seite, seine Arme hängen entspannt am Körper herab. Deutlich sichtbar sind die groben Bearbeitungsspuren des Holzes. In ihrer Haltung und Ausstrahlung erinnert das „Paar“ an ägyptische Skulpturen. Balkenhol bewundert deren „Aura der Ewigkeit und ruhige Gelassenheit. … Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“ (Balkenhol)
Für den Künstler ist der Standort entscheidend, ob eine Ganzkörperskulptur platziert wird oder nur ein Kopf: „Aus der Spannung, die sich zwischen Skulptur und Ort ergibt, fließt die Kraft einer solchen Skulptur; sie macht den Ort erlebbar dadurch, dass sie in der Lage ist, den Dialog mit dem Ort inhaltlich und formal aufzunehmen.“ (Balkenhol)
Künstler: Stephan Balkenhol
Titel: Paar 2001
Material: Douglasie, farbig gefasst, Höhe ca. 2,00 m
Standort: Neues Tor, Südlicher Stadtgraben
Mit der Planung neuer Verkehrsführungen, entstanden interessante Platzsituationen. Diese Orte sollten kreativ belebt werden. Den Anfang machte der international bekannte Bildhauer Stephan Balkenhol. Für das Gebäude „Neues Tor“ entstand im Auftrag der Stadt das „Paar“. Platziert auf Holzsockeln im oberen Bereich der Tordurchfahrt, stehen sich Frau und Mann frontal gegenüber. Ohne erkennbare Mimik schauen beide geradeaus. Offen bleibt, ob sie sich anschauen. Sie trägt ein kräftig grünes Kleid, er schwarze Hosen und ein weißes Hemd. Sie stützt die rechte Hand in die Seite, seine Arme hängen entspannt am Körper herab. Deutlich sichtbar sind die groben Bearbeitungsspuren des Holzes. In ihrer Haltung und Ausstrahlung erinnert das „Paar“ an ägyptische Skulpturen. Balkenhol bewundert deren „Aura der Ewigkeit und ruhige Gelassenheit. … Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“
Für den Künstler ist der Standort entscheidend, ob eine Ganzkörperskulptur platziert wird oder nur ein Kopf: „Aus der Spannung, die sich zwischen Skulptur und Ort ergibt, fließt die Kraft einer solchen Skulptur; sie macht den Ort erlebbar dadurch, dass sie in der Lage ist, den Dialog mit dem Ort inhaltlich und formal aufzunehmen.“ (Balkenhol)
Künstler: Alfred Bast
Titel: Licht und Eisen 1999
Material: Eisen lasergeschnitten, 2,20 x 0,43 m
Standort: Grünfläche vor dem Westeingang Rathaus
Die Natur und deren Phänomene sind zentrale Themen im Werk von Alfred Bast. Seine Intention ist es, bestimmte Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge künstlerisch sichtbar zu machen. Dabei spielen „Bild und Wort, ... Denken und Bilden“ für den Gestaltungsprozess eine zentrale Rolle.
In „Licht und Eisen“ verbindet der Künstler die Wirkkraft von Kunst und Natur. Auf grünem Rasen steht eine Eisenstele mit unregelmäßig ausgeschnittenen Formen. Entfernt erinnern diese an Hieroglyphen oder eine freie Zeichensprache. Licht fällt durch die Leerräume, verändert sich je nach Tageszeit, Wetter und den Jahreszeiten. Licht wird materialisiert, somit zu einem Bestandteil des Kunstwerks, wird Kunstgegenstand.
Die „freien rhythmischen Zeichen und die Wahrnehmung der Natur“ (bilden im Wechselspiel) ein polares Feld von Innen und Außen, von Energie und Körperlichkeit. Gestalt und Energie werden so in meiner Arbeit zu einem notwendig gleichzeitig realisierten komplexen Ganzen.“ (Bast)
Weitere Stelen von Alfred Bast stehen bei der Hochschule Aalen und in Wasseralfingen auf dem Platz vor der Sängerhalle.
Künstler: Alfred Bast
Titel: Licht-Grund 2000
Material: Edelstahl lasergeschnitten/Gusseisen, 6,00 x 1,5 m
Standort: Wasseralfingen, Karlsplatz
Die Natur und ihre vielfältigen Phänomene bilden zentrale Themen im Werk von Alfred Bast. In seinen Arbeiten setzt er sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur auseinander und versucht, verborgene Zusammenhänge künstlerisch sichtbar zu machen.
Die ausgeschnittenen Elemente der Stele sind in der Bodenplatte so angeordnet, dass sie einem Schattenwurf entsprechen. Dadurch entsteht eine räumliche Beziehung zwischen der Stele und ihrer Projektion auf den Boden. Die Arbeit macht damit eine eigentlich flüchtige Erscheinung – den Schatten – dauerhaft und körperlich erfahrbar. Die Skulptur macht ein Naturphänomen sichtbar, indem sie den Schatten nicht nur als Folge von Licht und Objekt zeigt, sondern ihn selbst zum Bestandteil des Kunstwerks macht.
Künstler: Alfred Bast, Paul Groll, Hannes Münz, Helmut Schuster, Werner Zaiß
Titel: Ostalbkunst am Burgstallkreisel 2004
Material: Holz, 2,50 x 2,50 m
Standort: Burgstallkreisel
Eine Art „Freilichtgalerie“ sollte nach der Idee des damaligen Baubürgermeisters Manfred Steinbach mit der „Ostalbkunst am Burgstallkreisel“ eingerichtet werden. „Eine grandiose Schnapsidee“ wie der damalige OB Pfeifle schmunzelnd bekannte, als er erstmals von dem Projekt erfuhr, das 2004 ideenreich umgesetzt wurde.
Fünf Künstler sind es geworden, die mit farbenfrohen Bildern die graue Betonbrücke zum Leuchten bringen. Je eine quadratische Holztafel war beidseitig zu bemalen. Die Künstler einigten sich auf eine einheitliche Farbgebung: Die eine Seite wurde blau, die Rückseite gelb grundiert. Entsprechend der Ost-West-Ausrichtung der hängenden Bilder symbolisieren die Farben den Sonnenaufgang bzw. -untergang. Die Motivwahl war frei und die Künstler haben spielerisch die Kreisform aufgegriffen. Im besten Sinn des Wortes dreht sich an diesem Kreisel alles um die Kunst.
Bilder von links nach rechts:
Helmut Schuster: Spielzeugkreisel
Alfred Bast: Kreislabyrinth
Werner Zaiß: archaische Zeichen und Formen
Paul Groll: winkende Menschen im Kreisverkehr
Hannes Münz: Engel
Künstler: Alfred Bast, Paul Groll, Hannes Münz, Helmut Schuster, Werner Zaiß
Titel: Ostalbkunst am Burgstallkreisel 2004
Material: Holz, 2,50 x 2,50 m
Standort: Burgstallkreisel
Eine Art „Freilichtgalerie“ sollte nach der Idee des damaligen Baubürgermeisters Manfred Steinbach mit der „Ostalbkunst am Burgstallkreisel“ eingerichtet werden. „Eine grandiose Schnapsidee“ wie der damalige OB Pfeifle schmunzelnd bekannte, als er erstmals von dem Projekt erfuhr, das 2004 ideenreich umgesetzt wurde.
Fünf Künstler sind es geworden, die mit farbenfrohen Bildern die graue Betonbrücke zum Leuchten bringen. Je eine quadratische Holztafel war beidseitig zu bemalen. Die Künstler einigten sich auf eine einheitliche Farbgebung: Die eine Seite wurde blau, die Rückseite gelb grundiert. Entsprechend der Ost-West-Ausrichtung der hängenden Bilder symbolisieren die Farben den Sonnenaufgang bzw. -untergang. Die Motivwahl war frei und die Künstler haben spielerisch die Kreisform aufgegriffen. Im besten Sinn des Wortes dreht sich an diesem Kreisel alles um die Kunst.
Bilder von links nach rechts:
Hannes Münz: Fußballerin
Paul Groll: winkende Menschen im Kreisverkehr
Werner Zaiß: archaische Zeichen und Formen
Alfred Bast: Kugel
Helmut Schuster: Spielzeugkreisel
Künstler: Zadok Ben-David
Titel: Are you talking to me? 2005/2006
Material: Cortenstahl
Standort: Burren, Hochschule Aalen
Inmitten des studentischen Treibens auf dem Campus stehen sich zwei überlebensgroße Figuren im Profil gegenüber. Fast kulissenartig umgeben die hölzernen Gebäude die beiden Figuren. Scherenschnittartig sind die Figuren aus rostrotem Cortenstahl geformt und weisen unregelmäßige Durchbrüche auf. Dem weitläufigen Aderngeflecht eines menschlichen Körpers nicht unähnlich, lassen sich auch vegetabile Verzweigungen assoziieren. Das Licht wird durch die unregelmäßigen Ausschnitte der Skulpturen gefiltert und als Schatten auf die Erde projiziert. Die zweidimensionalen Figuren erweitern sich so in den Raum.
Das Kunstwerk auf dem Burren entstand im Rahmen der Kunst am Bau für die dortigen Neubauten. Der Titel „Are you talking to me?" spielt auf eine Sequenz im Film „Taxidriver“ von Scorsese an. Robert de Niro in seiner Rolle als Travis Bickle spricht mit seinem Spiegelbild - mit gezückter Pistole.
Künstler: Hugo Buchner/Rudolf Kurz
Titel: Christian Friedrich Daniel Schubart 1950/2002
Material: Bronze/Stahl
Standort: Bahnhofsvorplatz
Das Schubart-Denkmal hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ursprünglich von Hofbildhauer Ernst Curfeß geschaffen, wurde das Denkmal am 22. November 1891 vor dem damaligen Hotel „Harmonie“ enthüllt. Es stand dort bis 1931. Aus verkehrstechnischen Gründen wurde es entfernt und vor der damaligen Bohlschule wieder aufgestellt. Allerdings nur bis 1942: Ebenso wie die Kirchenglocken musste die Bronzebüste an die Rüstungsindustrie abgeliefert werden und wurde so zerstört. Hugo Buchner gestaltete eine neue Büste, die im März 1950 platziert wurde.
2002 kehrte der Literat und Musiker an seinen ursprünglichen Standort, den Bahnhofsplatz, zurück. Allerdings in einer zeitgemäßen Fassung: Der Ellwanger Bildhauer Rudolf Kurz setzte den mächtigen Kopf auf einen deutlich niedrigeren Sockel, gefasst in einen Rahmen aus rostigem Cortenstahl. So thront Schubart nicht erhaben über den Menschen, sondern steht dem Betrachter auf Augenhöhe gegenüber.
Schlicht in der Form, doch symbolstark im Ausdruck verweist die Neufassung des Denkmals an den aufbrausenden Menschen und feinsinnigen Freigeist, der aus dem Rahmen fällt, da er sich nicht an Regeln hält. Dafür musste er mit zehn Jahren Haft auf dem Hohenasperg büßen.
Künstler: Helmut Diller
Titel: Zwei Rehe 1967
Material: Bronze
Standort: Koniferengarten, Schillerhöhe
Wo früher Kartoffeln gepflanzt wurden, weihte man 1967 den idyllischen Koniferengarten ein. Die immergrüne Anlage zwischen Stadthalle, Mahnmal und Planetarium stellt ein botanisches Kleinod mit über 90 verschiedenen Baumarten dar.
Scheinbar ohne Scheu stehen zwei kleine, zierliche Rehe auf der Rasenfläche. Erst der zweite Blick verrät, dass die Tiere aus Bronze sind. Fast so wie in Christian Morgensterns Gedicht „Im Park“: Der Betrachter „gab dem Reh einen ganz kleinen Stips. Und da war es aus Gips.“
Annährend in Lebensgröße hat sie der Münchner Künstler Helmut Diller geformt. Neben seinem zeichnerischen und malerischen Talent für Landschaftsbilder, gestaltete der Künstler vor allem Tiere in überaus genauer Anatomie und täuschend lebensecht.
Die beiden Rehplastiken sind einer Stiftung des Fabrikant Paul Ruckh-Jedele (1898-1977), Ehrenbürger der Stadt, zu verdanken.
Künstler: Luciano Fabro
Titel: Porto di Venere – Venushafen 1992
Material: Marmor
Standort: Stadtgarten, Kocher
Anlass war das Kunstprojekt „Platzverführung“, an dem sich 18 Gemeinden und Städte der Region Stuttgart beteiligten. In jeder Stadt arbeitete ein anderer Künstler, der auf eine ganz spezielle Situation in der jeweiligen Stadt künstlerisch reagierte.
So fragte der Spiegel, ob „die Göttin der Liebe bei den Schwaben“ landet. Naheliegend der Gedanke, wenn ein italienischer Künstler fünf zylindrische Marmorsäulen unter dem prosaischen Name „Porto di Venere“, mitten in den Kocher platziert. Luciano Fabro hatte die Blöcke so bearbeitet, dass von ihrer oberen Kreisfläche jeweils nur eine Mondsichel übrigbleibt. Beim Betrachten vom leicht erhöhten Ufer kann der Eindruck entstehen, dass eine kleine bewegte Mondflotte in den Venus-Hafen einläuft. „Dir, der du rastest auf diesen Stufen, wünsche ich ein liebliches Verweilen deiner Sinne. Und erinnere dich, dass Venus das ist, was in Gestalt übergeht und Portovenere der Ort, in den sie sich in allen möglichen Formen zurückzieht.“ (Fabro)
Veränderung ist Bestandteil des Kunstwerkes. Dazu gehört, dass bei hohem Wasserstand die Marmorblöcke kaum mehr aus dem Wasser ragen oder auch überflutet werden. Allmählich wird der Marmor abgeschliffen und in naturgeformte Steine zurückverwandelt. „Kunst sucht sich ihren Ort und reagiert auf ihn“ - ein Hinweis auf das Leitmotiv der Documenta 1992 in Kassel.
Künstler: David Fahrner
Titel: Fischerin-Brunnen 1960
Material: Bronze
Standort: Rombacher Straße
Mit weit ausholendem Schritt steht eine junge Frau auf einem abgestuften Sockel am Brunnenrand. Zwei wasserspeiende, gebogene Fische hält sie fest im Griff. Ihr Blick weist Richtung Stadtmitte. Die steinerne Fischerin oder Fischermädchen, war als bester Entwurf für einen Brunnenwettbewerb prämiert worden. Kritik gab es im Vorfeld an der zu „sinnenfrohen Darstellung“ der Skulptur. Der Aufstellungsort nahe des St. Johann Friedhofs erforderte eine gewisse Umarbeitung: „Die Form der Brust werde er (Bildhauer Fahrner), wie bereits erklärt, etwas zurückdrängen.“
Sein Malerkollege Kurt Schöpp beschreibt den Künstler als „Modelleur, Portraitist und Gestalter des menschlichen Körpers“. Er „gestalte seine Figuren bevorzugt ohne jegliches Pathos und Symbolik“.
Fälschlicherweise wird der Brunnen häufig dem Künstler Fritz Nuss zugeschrieben. Er war jedoch als Sachverständiger am Brunnen-Wettbewerb beteiligt.
Künstler: Moritz Götze
Titel: Rote Hirsche 2003
Material: Stahl, rot lackiert
Standort: Aalener Brezel, Stadteingang Aalen-West
Das weitläufige Straßennetz vor Aalen, als „Aalener Dreieck“ oder „Aalener Brezel“ bezeichnet, entstand mit dem Bau der Westumgehung der B 29 zur Autobahn A 7. Ihre Bepflanzung zitiert die Wuchsformen der Schwäbischen Alb. Dafür gab es 2003 den Deutschen Landschaftsarchitekturpreis. Weithin sichtbar in dieser Hügellandschaft stehen sechs lebensgroße Hirsche. In der unverwechselbaren Handschrift von Moritz Götze sind sie ein Blickfang in knallrotem Lack, zweidimensional aus Stahl geschnitten. Stilistisch erinnern sie an die Pop Art, die sich in den 1950er Jahren durch amerikanische Künstler wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein etabliert hat. Götze greift in seinen Arbeiten historische bzw. kunsthistorische Themen auf, die er künstlerisch verwandelt und ironisch bricht. So lassen sich die Hirsche als Verweis auf ein überaus beliebtes Motiv der Trivialkunst des 19. Jahrhunderts verstehen: den röhrenden Hirsch. Als Gemälde, Kupferstich, Holzschnitt oder Kleinskulptur, schmückte er so manches bürgerliche Wohnzimmer - meistens vor einer attraktiven Wald- oder Gebirgskulisse in Seitenansicht. Eine Idylle, die Natur als Gegenentwurf zum Leben in der Stadt und zur Arbeit in der Fabrik, in den Fokus rückt.
Künstlerin: Rotraud Hofmann
Titel: Freiplastik 1981
Material: Spanisch Travertin
Standort: Agentur für Arbeit Aalen, Julius-Bausch-Str. 12
Kunst im öffentlichen Raum ist längst keine reine Männerdomäne mehr wie Rotraud Hofmann, Jessica Rühmann und Elsbeth Schönbohm-Keller eindrucksvoll zeigen. Diese Freiplastik geht auf einen Wettbewerb von 1980 für eine Brunnenanlage zurück. Die Aufgabe löste die Künstlerin im Zusammenhang mit der Architektur. Die Betonwand und die damalige Bepflanzung integrierte sie in ihre mehrteilige Brunnenplastik und gestaltete so ein Gesamtkunstwerk. Der farbige spanische Travertin setzt einen lebendigen Kontrast zur Betonwand des Arbeitsamtes. Die obere Plastik bezieht sich mit ihrer flachen Rückseite auf die Hauswand. Aus ihr entspringt Wasser und leitet wellenförmig in das Bodenrelief über. Das Relief dient auch als Auffangbecken für das Wasser. Das Fließen des Wassers - sinnfällig in Stein übersetzt.
Leider wurde wegen Renovierungsarbeiten die gesamte Plastik versetzt und ist nun ohne Wasser.
*Ausführliche Beschreibung der Brunnenplastik in: Aalener Jahrbuch 1994, Frauen und Kunst in Aalen von Heidrun Heckmann
Künstler*in: „Sanfte Planungsgruppe 7“ (Marcel Kalberer und Dodo Kalberer-Brenek)
Titel: Regenbaum 1984
Material: Edelstahl/buntes Glas
Standort: Spritzenhausplatz
Der „Regenbaum“ und die Gestaltung des Spritzenhausplatzes waren Teil des Gesamtkonzeptes für die Fußgängerzone in Aalen. Als großer Flächenstadt fehlte Aalen ein markantes Zentrum. Gelungen ist das in der Zusammenarbeit von Städteplaner Heinz Lermann sowie dem Künstlerduo Dodo Kalberer-Brenek und Marcel Kalberer.
Inspiriert durch südliche Platzgestaltungen veranschaulicht der „Regenbaum“ die lebensspendende Wirkung von Wasser auf spielerische Weise. Leicht und filigran bewegen sich die bunten, beweglichen Blätter an den Ästen aus Stahlrohr. Über die Rohrbündel des Baumstammes wird das Wasser hochgepumpt. Aus fünf Astpaaren ergießt sich ein dünner Strahl in wippende durchsichtige Schalen. Das gesammelte Nass wird auf die tiefer liegenden Glasblätter gelenkt, hinunter zu den Wurzeln geführt und wieder in den Kreislauf eingespeist.
Dem Baum gegenüber, Richtung Bahnhofstraße, steht ein fünfeckiger Quellpavillon aus Edelstahlrohren, aus dem Wasser sprudelt. Verbunden sind Regenbaum und Pavillon durch einen schmalen, leicht geschwungenen Kanal, der auf die historisch offen fließenden Stadtbäche verweist.
Künstler: Jürgen Knubben
Titel: Aalener Säule 2024
Material: Stahl/24 Eisenbahnschienen, Höhe ca. 7,00 m
Standort: Stadtoval
Die Skulptur „Aalener Säule“ knüpft an die Historie des Grundstücks als ehemaliges Gleisareal der Deutschen Bahn an. Sie erinnert mit dem Material ausgedienter und wiederverwendeter Schienen bewusst an die bedeutende Eisenbahngeschichte des Ortes.
24 Eisenbahnschienen mit einem Gesamtgewicht von ca. zehn Tonnen, die in der ursprünglichen Verwendung horizontal verlegt waren und das Fundament für diese bedeutende Form der Mobilität bildeten, werden in die Horizontale gestellt und von innen nach außen stetig ausladender. Im unteren Bereich der Skulptur bildet sich ein Quadrat, das sich nach oben bis in eine Höhe von ca. sieben Metern ausbreitet und entfaltet.
Ihrer eigentlichen Funktion beraubt, assoziieren die Schienen eine dynamische Bewegung ins Unendliche, weisen einen Weg in die Ferne. Die Gegensätze von Fundament und Aufbruch, von Einheit und Vielfalt, von Tradition und Innovation, von Gestern und Morgen werden für den aufmerksamen Betrachter sicht- und erkennbar. Mit dem Kulturbahnhof, der aus historischen Fragmenten und gegenwärtigen, zeitgemäßen Ergänzungen eine Architektur-Symbiose bildet, geht die Skulptur eine selbstverständliche Verbindung ein. Aus Relikten vergangener Zeiten erwächst eine Formen- und Bildsprache der Gegenwart.
Künstler: Willi Köble
Titel: Mosaik 1995
Standort: Höhe Landratsamt und Agentur für Arbeit, Julius-Bausch-Straße
Unterschiedlich blau getönte Kacheln bedecken mosaikartig die Wände der Fußgängerunterführung. Sie bilden die markanten Wahrzeichen der Stadt Aalen ab und erzählen zugleich Stadtgeschichte. Ein rotes und gelbes Kachelband durchzieht die einzelnen Motive wie einen Erzählstrang. Das abstrahierte Buchstabenlogo der Stadt markiert den Beginn des Durchgangs und schließt mit dem Kopf des Aalener Spions ab, typisch mit Vollbart und Pfeife. Dazwischen ragen die drei Türme vom Mahnmal, der Stadtkirche St. Nikolaus und der Salvatorkirche auf.
Auf der gegenüberliegenden Wand verweist die Flötenspielerin auf die Skulptur des Künstlers Fritz Nuss, die vor der Stadthalle steht. Die Stadtentwicklung spiegelt sich in der Schreibweise des Stadtnamens wider: Von „alon“ (1136), als der ältesten urkundlichen Nennung über „alach“ (1150), „aelun“ (1300) bis zum heutigen „Aalen“. Der Mosaikreigen endet im fast wandhohen Stadtwappen mit Adler und schwarzem Aal.
Künstler: Willi Köble
Titel: Mosaik 1995
Standort: Julius-Bausch-Straße, Höhe Landratsamt und Agentur für Arbeit
Auch die Römer waren in Aalen wie ein Soldat im Seitenprofil mit Helm und Wurfspeer neben einem Genius-Kopf (Schutzgeist) mit Mauerkrone zeigt. Die Reitertruppe Ala II Flavia milliaria war um 150/55 n.Chr. auf dem Gelände des heutigen Limesmuseums stationiert. Der Genius wiederum schaut auf die urzeitliche Vergangenheit Aalens, symbolisch dargestellt durch einen Ammoniten, der im damaligen Jurameer herumschwamm.
Künstler: Sieger Köder
Titel: Stephanus-Saulus-Brunnen 2006
Material: Bronze
Standort: Wasseralfingen, Stefansplatz
Zwischen dem Museum Wasseralfingen, Bürgerhaus und der Stephanuskirche fällt der Blick auf den Stephanus-Saulus-Brunnen. Sieger Köder, der „Pfarrer, der mit Bildern predigt", setzt hier eindrücklich folgende theologische Idee um: Vom sterbenden Jünger Stephanus springt der Glaube über auf Paulus.
Ein „Mahnzeichen“, durchaus aktuell, sei der Brunnen, so Pfarrerin Ursula Richter bei der Einweihung am 24.09.2006. Der Künstler bringt hier Täter und Opfer zusammen. Es ist der Moment nach der Steinigung. Saulus hat sich noch nicht zum Paulus (griech. klein, gering) gewandelt. Er scheint vielmehr erschrocken, nachdenklich. Die Erkenntnis möglicherweise nicht richtig gehandelt zu haben, kommt ihm erst allmählich.
„Steine fallen auf Menschen nicht erst, wenn Steine geworfen werden, sondern schon, wenn ein anderer Mensch beleidigt wird.... Weil er anders ist. Vielleicht, weil er einer anderen Religion angehört.“ (Richter)
Die Kirche feiert Stephanus als ersten Märtyrer (Protomärtyrer) am 26. Dezember.
Seit 2015 ist der Saulus-Paulus-Brunnen in den Sieger-Köder-Weg eingebunden, der die künstlerischen Spuren des „Maler-Pfarrers“ aufzeigt.
Künstler: Sieger Köder
Titel: Pilger 2012
Material: Eisenguss
Standort: Wasseralfingen, "Kies", Schloßstraße
Die Skulptur des Pilgers ist ein Teil des Sieger-Köder-Weges in Wasseralfingen.
Am Anfang der grünen Halbinsel im Kocher („Kies“), weist der "Pilger" den Weg. Gestaltet wurde er gemeinsam von Sieger Köder und den sogenannten „Krippelesfrauen“, die den Künstler bei Skulpturen und Krippen tatkräftig unterstützten. Wanderstab, Hut und Rucksack sind seine Attribute. Der Zeigefinger des ausgestreckten Arms deutet in Richtung des spanischen Wallfahrtsortes Santiago de Compostela, dem Ziel des Jakobswegs. Aus Pappmaché wurde das annähernd lebensgroße Modell geformt und dann in wetterbeständiges Eisen gegossen.
Künstler: Werner Kowarsch
Titel: Miteinander 2024
Material: Lauchheimer Sandstein
Standort: Fachsenfeld, Kirchstraße
Die Skulpturengruppe stellt eine Familie mit Mama, Papa und Kind sowie einem Geistlichen dar, die sich umarmen. Die Idee des Bildhauers war Austausch, Harmonie, Sicherheit und Frieden in eine künstlerische Form zu bringen. Die Familie wirkt als starkes Symbol von positiven, gelebten Werten. Entstanden sind die Figuren als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Aalen und der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu mit Unterstützung des Ortschaftsrates.
Künstler: Rudolf Kurz
Titel: Wasserspiele, Brunnen 1992
Material: Diabas/Edelstahl, 5,80 x 5,80 m
Standort: Stadtgarten, Curfeßstraße
Dem formalen Prinzip einer bekannten Schokoladenmarke nicht unähnlich, funktioniert der Brunnen „quadratisch, praktisch, gut“, so der Künstler.
Der Brunnen entstand aus einem eingeladenen Wettbewerb. Der Entwurf sollte spielerische Elemente sowie die Erlebbarkeit von Wasser für Kinder beinhalten. Ästhetisch besticht die Brunnenanlage durch die Reduzierung auf das Quadrat und das hochwertige Material Olivin Diabas, einem besonders widerstandsfähigen und haltbaren Stein. Durch Umschalten einzelner Hebel können zahlreiche Wasserfontänen reguliert werden. Ein wunderbares Zusammenspiel aus Ästhetik, Funktionalität und Spiel - Kunst zum Anfassten.
Künstler: Rudolf Kurz
Titel: Landschaft 2009/2010, Stele
Material: Palissandro-Marmor, Höhe 3,70 m
Standort: Festhalle Unterkochen, Otto-Rieger-Platz 1
Ein Jahr nach der Fertigstellung der Festhalle in Unterkochen wurde die Marmorstele von Rudolf Kurz enthüllt. Vorausgegangen war ein Wettbewerb „Kunst am Bau“, der die Festhalle mit künstlerischen Elementen bereichern sollte.
Kunstschaffende der Region waren von der Stadt Aalen eingeladen, Ideen zu entwickeln. Aus den vier vorgelegten Entwürfen wurden das Leporello von Helmut Schuster, im Innern der Halle zu sehen, und die marmorne Stele von Rudolf Kurz, ausgewählt.
Der strukturstarke Stein aus Italien wiegt annährernd drei Tonnen, den Kurz als „karg, widerstandsfähig, aber schön“ beschreibt. In schlichter, geometrisch-klarer Formensprache ragt der glatt polierte Stein empor. Die glatte Geschlossenheit bricht im oberen Teil der Steinblocks auf, mündet in eine aufgeraute, gletscherartige Struktur. Wie ein Rahmen öffnet sich der Marmor für die Landschaft und den Himmel. Natur und Naturphänomene werden so ein Teil des Kunstwerks und die Kunst zur Naturvermittlerin. Ein Fenster zur Kunst.
Künstler: Rudolf Kurz
Titel: C.F.D. Schubart. Gefangen – zerrissen 2004, Aufstellung 2010
Material: Bronze, Sandstein
Standort: Stadtkirche St. Nikolaus
Wohlüberlegt ist der Standort der Porträt-Büste. Zwischen Stadtkirche und der ehemaligen Lateinschule aufgestellt, nimmt die Skulptur Bezug auf Schubarts Biographie: In der Kirche spielte er häufig auf der Orgel. Als Schüler besuchte er einige Jahre die Lateinschule und das gegenüberliegende Wirtshaus war ihm ein vertrauter Aufenthaltsort. Rudolf Kurz zeigt Schubart als einen zerrissenen, vom Leben gezeichneten Charakter. Von kleiner Statur, wird die Schubart-Büste von einem massiven hohen Sandsteinblock eingefasst, der ihn zu erdrücken scheint. Diese Inszenierung bildet sinnfällig Schubarts Gefangensein in bürgerlichen Konventionen ab sowie seine zehnjährige Kerkerhaft auf dem Hohenasperg.
Weitere Informationen zu Schubart:
http://www.aalen.de/c-f-d-schubart-ein-lebenslauf-in-zahlen.815.25.htm
Künstler: Heinz Mack
Titel: Tri-Lux (Aufstellung 2001, Entwurf 1993)
Material: Edelstahl/Edelstahlplinthe, 4,70 x 0,70 x 0,70 m
Standort: Bahnhof 1, Bahnhofsvorplatz
Heinz Mack und die Künstlergruppe ZERO (Otto Piene, Günther Uecker) versuchten 1957 eine neue Kunst- und Formensprache zu etablieren. „Licht und Bewegung“ waren die zentralen Prinzipien von ZERO.
Inspiriert vom Naturphänomen Licht experimentiert der Künstler mit den ästhetischen Gesetzen von Licht und Farbe, Struktur und Form: Reduziert auf eine gezackte Linie ragt die Plastik in einer leichten Schräge auf einem Glasfundament in den Raum hinein. Tagsüber geht der glattpolierte Edelstahl ein dynamisches Wechselspiel mit der Sonne ein. Bei Nacht beleuchten in die Basis eingelassene Lichter das Kunstwerk, lenken den Blick auf die „Bodenhaftung“. Je nach Tageszeit erscheint die Stahlplastik in einem anderen Licht: „Meine Arbeiten sind Gegenstände im Raum, Reflektoren des Lichts und Instrumente der Bewegung. In ihren rhythmischen Strukturen ist Zeit sichtbar.” (Heinz Mack)
Künstler: Hannes Münz
Titel: Marianne 2001/Manolo 2001
Material: Polyesterabguss nach Pappmaché-Original bemalt/Pappmaché bemalt
Standort: Rathaus/Neues Tor, Südlicher Stadtgraben
Eine üppige Dame sitzt winkend und lächelnd über dem Haupteingang des Rathauses. Das Blau ihrer schulterlangen Haarpracht kontrastiert zum zitronengelben T-Shirt und wiederholt sich in der Tönung der Hose. Die unbeschuhten Füße stecken in Ringelsocken und baumeln über die Brüstung. Der Künstler entschied sich bei der Namenssuche spontan für Marianne. In Frankreich verkörpert Marianne die Französische Republik und befindet sich als Büste in den örtlichen Rathäusern. Hannes Münz war mit Frankreich intensiv verbunden, studierte er doch in Grenoble sowie in Aix-en-Provence. Übrigens sitzt am Künzelsauer Landratsamt eine „Schwester“ von Marianne – Mathilda, in Grün und Blau gekleidet.
Wer genau hinschaut entdeckt, dass Marianne einer männlichen Figur, Manolo, zuwinkt. Mit gekreuzten Armen lehnt er lässig hinter der Glasfassade am Neuen Tor und genießt wohl ihre Aufmerksamkeit. Zufällig entdeckte der damalige Baubürgermeister einen Bauarbeiter in genau dieser Haltung und hatte die Idee für ein Kunstobjekt. Hannes Münz wurde mit der Gestaltung der Figur beauftragt. Auf diese Weise entstand eine farbenfrohe Verbindung zwischen Rathaus und Neuem Tor.
Künstler: Hannes Münz
Titel: Marianne 2001/Manolo 2001
Material: Polyesterabguss nach Pappmaché-Original bemalt/Pappmaché bemalt
Standort: Rathaus/Neues Tor, Südlicher Stadtgraben
Mit gekreuzten Armen lehnt ein Mann lässig hinter der Glasfassade am Neuen Tor und genießt wohl die Aufmerksamkeit von Marianne, die über dem Rathaus-Eingang sitzt. Zufällig entdeckte der damalige Baubürgermeister einen Bauarbeiter in genau dieser Haltung und hatte die Idee für ein Kunstobjekt. Hannes Münz wurde mit der Gestaltung der Figur beauftragt. Auf diese Weise entstand eine farbenfrohe Verbindung zwischen Rathaus und Neuem Tor.
Künstler: Hannes Münz
Titel: Drei Najaden,
Material: Stahl, Höhe 2,50 m
Standort: Schillerhöhe
Schenkung von Eva Maria Auchter und Dr. Karl-Heinz Auchter an die Stadt
Überlebensgroß stehen drei Frauenfiguren, zweidimensional aus Stahl geschnitten, in sattem Rot, Gelb und Blau auf einem Sockel. Die Skizzen für die Fabelwesen stammen aus dem künstlerischen Nachlass von Hannes Münz, den Eva Maria Auchter seit 2018 betreut. Auf ihre Anregung entstand die Idee, im öffentlichen Raum dauerhaft Kunst aus dem umfangreichen Werk des Künstlers aufzustellen.
Najaden oder Nymphen sind in der griechischen Mythologie Töchter des Zeus oder des Okeanos. Sie wachen über alle Arten von Gewässer. Trocknete das Gewässer aus, musste die Najade sterben. Im Werk des Künstlers sind sie ein stets wiederkehrendes Motiv. So sitzen zwei Kochernixen in Wasseralfingen auf einer Brückenbrüstung direkt am Kocher. Sie fügen sich in den Sieger-Köder-Weg ein, der auch Werke befreundeter Künstlerkollegen des Künstlerpfarrers zeigt.
Künstler: Bruno Nagel
Konzeption: Yannick Nuss
Titel: 4INFORM 2024
Material: Aluminiumblech, lackiert (2K-Lack, Autolack)
Standort: Stadtoval, Gitterwand zur Bahnunterführung
Auf dem ehemaligen Bahn- und Industriegelände im Hirschbach wurde seit 2014 das neue Wohn- und Kulturquartier Stadtoval entwickelt. Abschließend sollten dort ausgewiesene öffentliche Flächen mit Kunstwerken gestaltet werden. Der 2023 ausgelobte Kunstwettbewerb prämierte aus den insgesamt 24 eingereichten Vorschlägen drei Entwürfe: Jürgen Knubben, Christoph Traub und Bruno Nagel. Er überzeugte die Jury mit seinem Wandrelief 4INFORM.
Die 4 Formfiguren sind gestaltendes Element für den urbanen Raum. An der Schnittstelle von Alltag und Kunst, Design und Kommunikation entwickelt sich hier ein freies Spiel unserer Bewegung und Begegnung. Abstrakte Formen und Bilder, Spiegelungen, Netzhautinformation, die uns ein Abbild von Urformen unserer Sprache und Zeichen signalisiert.
Während des Experimentierens für die passende Farbgebung wurde für die Figuren Richtung Bahnunterführung ein Silbergrau mit einem minimalen Blaustich gewählt. Die Formfigur an der Treppe erhält einen Blauton. Interessanterweise verändert sich je nach Tageslicht und Jahreszeit die Oberfläche und hinterlässt einen anderen Eindruck auf unserer Netzhaut.
Künstler: Fritz Nuss
Titel: Die Ährenleserin 1965
Material: Bronze
Standort: Theodor-Heuss-Gymnasium, Friedrichstraße 70
Mitten auf dem Schulhof steht die annähernd lebensgroße Skulptur der Ährenleserin. Mit weit ausholendem Schritt beugt sie sich zu Boden, um in ihrem geschürzten Kleid Ähren einzusammeln. Konzentriert und gelassen geht sie ihrer Tätigkeit nach.
Wie in einer Art Momentaufnahme hält Fritz Nuss seine Figuren in einfachen Gesten, beim Musizieren oder im Augenblick der Arbeit, fest. Die Formensprache seiner Figuren hat sich von der reduzierten Plastizität und Linearität der 50er Jahre verändert hin zu mehr Volumen und barocker Plastizität. Dadurch gewinnen die Figuren an Präsenz im Raum.
Beide Figuren, Ährenleserin und Flötenspielerin, sind eindrückliche Beispiele für die unterschiedlichen Schaffensphasen im Werk von Fritz Nuss.
Künstler: Fritz Nuss
Titel: Brezga-Blase-Brunnen 1985
Material: Bronze
Standort: Gmünder Torplatz
Voller Symbole und Anspielungen ist dieser überaus lebendig gestaltete Brunnen. Der Künstler Nuss setzt hier dem Aalener Original Blasius Schimmel, genannt Brezga Blase (1849-1925), ein Denkmal. Der ursprünglich als Bergmann in Wasseralfingen aktive Blasius sitzt erhöht auf einer Bronzeplatte mitten in einer flachen Brunnenschale. Er schaut mit einer Brezel in der linken Hand zu einem neben ihm stehenden Mann hoch. Dessen Name ist auf seiner Schürze eingraviert: Friedrich Stützel, vulgo (= gewöhnlich, allgemein) Moreau genannt (1844-1921). Aus gesundheitlichen Gründen verdiente Schimmel sein Geld bei der Stadt als Ausscheller (Nachrichtenverkünder). Nebenbei verkaufte er Brezeln mit dem Spruch: „Eine Brezel kostet drei Pfennig, drei Brezeln zehn Pfennig.“ Anschaulich umgesetzt in drei bronzenen Brezeln, die ineinander verflochten über den Brunnenrand hängen. Diese werden flankiert von einem Hahnenkopf und drei Ziegenköpfen. Sie sind zugleich Wasserspeier und ein Verweis auf die Aalener Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck.
Künstler: Fritz Nuss
Titel: Flötenspielerin 1956
Material: Bronze
Standort: Stadthalle, Berliner Platz 1
1957 erwarb die Stadt Aalen die überlebensgroße „Flötenspielerin“, die zugleich den Beginn einer Reihe von repräsentativen Freiraumgestaltungen signalisiert.
Die Figuren aus dieser Schaffensphase von Nuss zeigen proportional überlange, schmale Körper mit kantigen Konturen. Ein knielanges Kleid, das wie nass an der Figur zu kleben scheint, zeichnet die Körperkonturen nach. Helmartig liegen die Haare an ihrem Kopf. Mitten im Gehen führt die Musikerin in einer stilisierten Geste die Flöte zum Mund.
Zeitlebens konzentrierte sich der Bildhauer auf die Gestaltung des menschlichen Körpers. „Formzucht, vitale Spannung und konzentrierte Gestik sind gleichbleibende Kennzeichen der öffentlichen Aufträge.“ (Hermann Baumhauer)
Künstler: Fritz Nuss
Titel: Reichsstädter Brunnen 1976
Material: Bronze
Standort: Rathaus, Marktplatz 30
Die Umsetzung des „Reichsstädterbrunnens“ beschloss 1974 der Gemeinderat. Eingeweiht wurde dieser 1976 anlässlich der 4. Reichsstädter Tage. Kommentare gab es entsprechend: Ein bewunderndes „schön“, ein „Schmuckstück fürs Rathaus“ wurde dem Kunstwerk ebenso bescheinigt wie auch der „a bißle a müader Wasserstrahl“ beklagt. Das Reliefband erinnert in einzelnen Szenen an die historische Stadtentwicklung. Verknüpft wird dieser Erzählstrang mit einer sinnbildhaften Ebene, welche die Entwicklung von Leben und das Leben in der Gemeinschaft thematisiert.
Eröffnet wird der Reigen mit einem Mann, der ein Pferd am Zügel führt. Symbolisch lässt sich die Szene als Sieg des Menschen über die Natur deuten. Da alles Lebendige aus dem Wasser entsteht bündelt der Künstler das Lebenselixier in 6 aufsteigenden Wasserstrahlen. Das Motiv des Wassers setzt sich auf dem Reliefband mit den Wasserträgerinnen fort: Eine schöpft, die nächste trägt es weiter. Das Behältnis wird von einer anderen Frauengruppe übernommen, um damit einen eben gepflanzten Baum zu gießen.
An die Frauen schließt sich die Figur eines Wanderers an. Er verkörpert die Suche nach einem geeigneten Ort für die Stadtgründung. Eine weitere Person zeigt die Grundsteinlegung. Symbolisch verweisen Rad, Quader, Säule und Amphore auf die römische Vergangenheit Aalens. Bevölkert wurde die damalige Reichsstadt von Ackerbürgern und verschiedenen Handwerkern, hier vertreten durch den Goldschmied sowie einen Baumeister als Gestalter der Stadt. Den Höhepunkt des Bilderreigens markiert die Erhebung zur Reichsstadt: Ein Reiter, der sein aufsteigendes Pferd fest im Griff hat ebenso wie der Träger der Reichsadler-Fahne repräsentieren die Freiheit der Bürger. Auf diese Weise schließt sich der stets wiederkehrende Zyklus von Werden und Vergehen.
Künstler: Fritz Nuss
Titel: Vögel 1961
Material: Bronze
Standort: Stadtgarten, Curfeßstraße
Ursprünglich war der Stadtgarten ein Privatgrundstück, das zur Villa Seifferer (heute: Haus des Handwerks) gehörte. 1961 wurde der Garten zu einem öffentlich zugänglichen Park umgestaltet. Spielangebote für Kinder ebenso wie qualitätsvolle Kunstwerke finden hier ihren Platz.Für Professor Nuss waren die „Vögel“ der dritte öffentliche Auftrag in Aalen.
Dicht beieinander gedrängt stehen neun lebensgroße Vögel auf dem Rasen. Ihre langen Hälse ragen kerzengerade in die Luft. Fast neugierig recken sie ihre kleinen Köpfe mit den spitzen Schnäbeln in die Luft. Auffällig ist der Kontrast der filigranen Beine und den überlängten Hälsen gegenüber dem kompakten Körper. Angelehnt an eine realistische Formensprache zeigen die Vögel kein naturnahes Abbild. In reduzierter Plastizität und klar konturierten Formensprache, strahlen die Vögel eine gewisse Leichtigkeit und Eleganz aus. In den folgenden Jahren verändert Nuss die Formensprache seiner Skulpturen hin zu mehr Bewegtheit und raumgreifenden Volumen.
Künstler: Karl Ulrich Nuss
Titel: Christian Friedrich Daniel Schubart, 2004
Material: Bronze, ca. 0,80 m
Standort: Bierhalle, An der Stadtkirche 3
In der Bierhalle war C.F.D. Schubart (1739-1791) regelmäßiger Gast. Passenderweise befand sich die Hintertür des Gasthauses direkt gegenüber der Eingangstür seines Elternhauses in der Roßstraße 4.
Schubart war ein überaus produktiver Sturm- und Drangkünstler. Jemand, der sich nicht den Mund verbieten ließ, Kritik auch an der Obrigkeit äußerte, was ihm letztendlich eine 10jährige Haftstrafe einbrachte. Der Künstler Karl Ulrich Nuss zeigt hier einen beschwingt wirkenden Schubart. Mit Zopfperücke, vollen Wangen und geöffnetem Mund, trällert Schubart möglicherweise ein Lied oder hält eine Rede. Eingebunden in ein Bronzemedaillon neigt er sich nach rechts aus der Kreisform heraus. Beflügelt durch kreative Einfälle oder doch vom Wein? In der rechten, plastisch herausgearbeiteten Hand, hält er eine Feder, die auf eine Leier zeigt. Sie weisen ihn als Schriftsteller, Musiker und Komponist aus.
Informationen zu Schubart:
http://www.aalen.de/c-f-d-schubart-ein-lebenslauf-in-zahlen.815.25.htm
Künstler: Karl Ulrich Nuss
Titel: Der Zeitungsleser 1989
Material: Bronze
Standort: Rathaus, Südlicher Stadtgraben
Intensiv in eine aufgeschlagene Zeitung vertieft steht der überschlanke „Zeitungsleser“ vor dem Aalener Rathaus. Aus Anlass des 50. Schubart-Literaturpreises 2005 schenkte der Bildhauer Karl Ulrich Nuss die annähernd lebensgroße Bronzeplastik der Stadt. Ursprünglich stand er genau gegenüber. Dort befand sich früher die Stierlinsche Buchdruckerei und sollte an die seit 1837 dauernde Zeitungstradition in Aalen erinnern. Doch Vandalen hatten ihn aus der Verankerung gerissen. Nach der Restaurierung fand er seinen Platz vor dem Rathaus. Der Zeitungsleser symbolisiert wie einst der Aalener Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart den bewussten Zeitgenossen, der sich für die Ereignisse in der Gemeinde und in der Gesellschaft interessiert und einsetzt.
Künstler: ODIOUS (Gisela von Bruchhausen, Klaus Duschat, Klaus H. Hartmann, Gustav Reinhardt, Hartmut Stielow, David Lee Thompson)
Titel: Große Parabel 1984
Material: Cortenstahl 3,65 x 5,00 x 5,00 m
Standort: Landratsamt Ostalbkreis, Stuttgarter Straße
Einem Wettbewerb "Kunst am Bau" ist die "Große Parabel" zu verdanken. Bedingung an die 86 Teilnehmenden war eine Verbindung zwischen der runden Öffnung über dem Kocher und dem neuen Landratsamt herzustellen. Die raumgreifende abstrakte Plastik erhebt sich als markantes stählernes Zeichen schräg über einer großen Öffnung. Gefügt ist die „Große Parabel“ aus einer aufgebrochenen Ellipse, verbunden mit flächigen und linear geformten Elementen. Trotz der Schwere des rostbraunen Stahls geht eine gewisse Leichtigkeit von der Skulptur aus. Das Kunstwerk scheint direkt über dem Wasser zu schweben.
Offen, sozusagen „in der Schwebe“, bleibt die Bedeutung des Titels. Nimmt die „Große Parabel“ Bezug auf eine kurze lehrhafte Erzählung? Oder ist vielmehr der mathematische Ausdruck für einen Kegelschnitt gemeint, bei der einer der beiden Brennpunkte im Unendlichen liegt?
Künstler: Daniel Plaas
Titel: Brunnen 1991
Material: Beton
Standort: Unterkochen, Rathausplatz
Wohl kaum jemand weiß heute noch, wo in Unterkochen früher Brunnen standen. Brunnen waren lebenswichtig. Heute sind sie zumeist schmückendes Element, um Plätze zu gestalten und aufzuwerten. So auch dieser markante Brunnen, der aus einem Wettbewerb hervorging. Der Steinmetz und Steinbildhauer Daniel Plaas wurde 1990 für seinen Entwurf prämiert.
Inmitten einer Kieselsteinfläche erheben sich verschieden große Steine. Sie verteilen sich auf mehrere Gruppen, die um drei zentral platzierte Steine angeordnet sind. Oben gerundet und glatt sind in die Steine durchzogen von Furchen und Kerben. Darüber fließt das Wasser wie eine durchsichtige bewegte Schutzhaut und versickert direkt in den gekiesten Boden. Ob der Künstler bei der Gestaltung der Brunnensteinen an Elefanten gedacht hat, die den Kopf tief vergraben in der Erde haben mit gut sichtbaren Hinterteilen?
Künstler: Werner Pokorny
Titel: Haus/Haus
Material: Cortenstahl
Johann-Gottfried-Pahl-Straße / L1029
Auf einem begrünten Verkehrskreisel, biegt sich eine fünf Meter hohe Stahl-Skulptur in den Raum. Der obere Teil verjüngt sich nach oben und läuft spitzdachförmig zu. Stark zur Seite geneigt, findet die Skulptur Halt auf dem massiv wirkenden Fundament. In der Mitte erlauben zwei längliche Öffnungen eine Durchsicht. Werner Pokorny nennt die dynamische Skulptur Haus/Haus und gehört zum zentralen Formenvokabular des Künstlers. Als die ursprünglichste Form menschlicher Behausung passt er das Gebäude in immer neuen Variationen der jeweiligen Umgebung an. Hier neigt sich die Dachspitze in Richtung der Bahngleise, scheint mit den Gleisen zu kommunizieren. Geschweißt ist das Haus aus Cortenstahl-Platten und innen hohl. Die rostbraune Schicht bewahrt den darunterliegenden Stahl vor dem Verrosten. So vermitteln Material und Form sinnbildlich die Funktion eines Hauses – Schutz und Behaust-Sein.
Künstler: Franklin Pühn
Titel: Aufsteigende Vogelgruppe 1969
Material: Stahl, ca. 1,50 x 2,20 x 2,80 m, Sockel 0,77 x 0,50 x 1,00 m
Standort: Schillerhöhe
Seit den 1950er-Jahren entwickelte der Heidenheimer Künstler Franklin Pühn eine zunehmend stark abstrahierte Formensprache. Ausgehend von geschlossenen, klar konturierten Formen, die noch geprägt waren von seinem Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum, fand er allmählich zu einem freieren und expressiveren Stil.
Wie in einer Momentaufnahme hält der Künster den Augenblick fest, in dem sich die Vögel in die Luft erheben. Mit weit ausgebreiteten Flügeln scheinen sie von der Wiese in Richtung des Mahnmals zu fliegen. Ihre Körper werden dabei zu einer bildhaften Chiffre für Bewegung, Leichtigkeit und Aufbruch.
Neben der Natur waren auch Musik, Mythologie, der Mensch und unterschiedliche Kulturen wichtige Inspirationsquellen. Pühn arbeitete sowohl bildhauerisch als auch graphisch. Dabei nutzte er Materialien wie Bronze, Aluminium und Eisen. Eine besondere Bedeutung gewann zudem Papier, das er zu filigranen und dreidimensionalen Formen gestaltete.
Künstlerin: Jessica Rühmann
Titel: Ein Kreis hält zusammen 2024
Material: Stahl/Aluminium, bunt lackiert, Höhe 5,00 m, Durchmesser 0,10 m
Standort: Landratsamt, Ostalbkreis, Stuttgarter Str. 41
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Ostalbkreises 2023, hatte die Landkreisverwaltung einen Kunstwettbewerb ausgelobt. Aufgefordert waren Kunstschaffende aus dem gesamten Ostalbkreis und 18 Bewerbungen gingen ein. Ende Juli tagte die Jury und der Entwurf von Jessica Rühmann wurde prämiert. Die Idee war, dass „der Ostalbkreis ein Gemeinschaftswerk von Landkreisverwaltung und Kommunen und das Zusammenwirken (ist) und der Zusammenhalt der kommunalen Familien zum Ausdruck kommen“ sollte, so Landrat Bläse.
Einem überdimensionalen Mikado nicht unähnlich symbolisieren 42 unterschiedlich farbige Stäbe die Kommunen in ihrer Vielfalt und gleichzeitig in ihrer Eigenständigkeit. Für den Zusammenhalt aller steht ein Ring, der die Stäbe bündelt und ein Sinnbild für den Ostalbkreis ist. Dieser Ring wird nachts beleuchtet. Innerhalb eines Brunnenfundament vor dem Landratsamt platziert, sind auf einer Bodenplatte aus Cortenstahl die Namen aller 42 Städte und Gemeinden sowie das Logo des Ostalbkreis zu sehen.
Künstler: Robert Schad
Titel: DE BUD 2025
Material: Stahl, Höhe 6,30 m
Standort: Wasseralfingen, Magdalenenkirche
Einen ganz besonderen Blickfang bietet die Skulptur „DE BUD“ auf dem Platz zwischen Gemeindezentrum und der evangelischen Magdalenenkirche in Wasseralfingen: Das abstrakte Gebilde steht als Symbol für den Aufrechten, der sich von der Erde aus dem Himmel zuwendet. Laut Schad steht die Skulptur auch für das menschliche Selbstbewusstsein, denn sie zeige den Aufrechten, der voller Stolz nach vorne und oben blicke.
Künstlerin: Elsbeth Schönbohm-Keller
Titel: Zuversicht (Frau mit Kind)
Material: Steinguss, Höhe 2,10 m,
Standort: Bildungszentrum Gesundheit- und Pflege, Platanenweg 5
Im malerischen sowie plastischen Werk von Elsbeth Schönbohm-Keller steht der Mensch im Mittelpunkt. Sie findet ihn in Kinder, in blühender Jugend, in Menschen, die wie Bauern oder Gärtner, noch mit der Natur leben, in religiösen Gestalten, in Menschen, die ein schweres Schicksal tragen und nicht dagegen revoltieren. (Friedrich Heintzeler) Eine sitzende Frau schaut ruhig und konzentriert auf ein Kind, das sich an sie lehnt. Sie hält das Kind an beiden Händen fest. Die realistische und zugleich idealisierende Darstellung lässt den typischen Stil der Künstlerin erkennen. Für Aalen schuf sie zahlreiche Mahnmale, Brunnen, Freifiguren und Reliefs. Viele ihrer Werke sind Auftragsarbeiten gewesen und finden sich überwiegend an Schulen und Krankenhäusern wie die „Zuversicht“.
Künstler: Helmut Schuster
Titel: Kurbelwellen-Brunnen 1976
Material: Stahl
Standort: Wasseralfingen, Karlstraße
Die Schwere des Metalls verbindet sich hier mit der Leichtigkeit des Wassers. Nach einem Entwurf des Künstlers Helmut Schuster errichtete die Stadt Aalen-Wasseralfingen 1976 diesen Brunnen. Die unterschiedlich großen Kurbelwellen wurden von der Maschinenfabrik ALFING GmbH gestiftet, die 1911 von Karl Kessler gegründet wurde. Kurbelwellen in dieser Dimension werden beispielsweise in Schiffsmotoren sowie zur Energieerzeugung verwendet.
Künstler: Max Seiz
Titel: Dialog 1986
Material: Bronze
Standort: Gmünder Torplatz, Gmünder Straße 8
Wie auf einer Bühne sind drei stelenartige Bronzefiguren auf einer kreisförmigen Bodenplatte angeordnet. Mit ihren nach außen gewandten Rücken bilden sie einen geschlossenen, nach innen gerichteten Raum. Zwei Figuren stehen dicht beieinander. Ihre kleinen, abstrahierten Köpfe sind einander zugewandt. Sie scheinen in ein Gespräch vertieft. Ihnen gegenüber, in deutlichem Abstand, steht die dritte Figur und scheint dem „Dialog“ zu lauschen. Die vereinfachten, geometrischen Formen verleihen den Skulpturen eine archaische Wirkung. In ihrer minimalistischen Ausprägung erinnern sie an griechische Kykladenidole und eine jahrtausendealte Tradition der menschlichen Figurendarstellung.
Das Werk von Max Seiz stellte die menschliche Figur in den Mittelpunkt. Wesentlich dabei sind der Körperausdruck und die Beziehung der Körper zueinander. Weiche, runde, volumenbetonte Skulpturen finden sich in seinem Werk mit einer zunehmenden Tendenz zur „Vereinfachung, Verdichtung und der Abstraktion der Form.“ (Thomas Köllhofer)
Künstler: Max Seiz
Titel: Figur
Material: Bronze
Standort: Landratsamt, Stuttgarter Straße
Die vereinfachte, geometrische Formen verleiht der Skulptur eine archaische Wirkung. In ihrer minimalistischen Ausprägung erinnern sie an griechische Kykladenidole und eine jahrtausendealte Tradition der menschlichen Figurendarstellung.
Künstler: Christoph Traub
Titel: Es lebe die Freiheit 2024
Material: Granit/Stahl, 3,20 x 4,00 x 0,60 m
Standort: Stadtoval, Geschwister-Scholl-Platz
Hier siegt der Wille der nach Menschenwürde,
Freiheit und Gerechtigkeit strebt.
Ein Zeichen für die Zivilcourage,
die Verantwortung und das Gewissen.
(Text auf der Stahltafel zur Skulptur)
ES LEBE DIE FREIHEIT!!!, ist der letzte Satz von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung am 22.2.1943. Auch Sophie Scholl hat das Wort FREIHEIT mehrfach in geschwungenen Buchstaben auf dem Rücken ihrer Anklageschrift geschrieben. Vor 80 Jahren wurden Sophie und Hans zusammen mit Christoph Probst von den Nationalsozialisten hingerichtet.
Mein Entwurf für den Geschwister-Scholl-Platz in Aalen stellt das Streben des Menschen nach FREIHEIT dar.
Aus einem Doppel-T-Träger wird ein Hakenkreuzfragment geformt, welches das System der Unterdrückung darstellt. Der Mensch, hier in Form eines Torsos, stemmt sich mutig dagegen und bringt die Unmenschlichkeit des Systems zum Stürzen, das Hakenkreuz ist somit nicht mehr erkennbar. Hier siegt der Wille der nach Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit strebt. Ein kraftvolles und kämpferisches Zeichen für die Zivilcourage, die Verantwortung und das Gewissen. (Christoph Traub)
Künstler: Christoph Traub
Titel: Herkules 2002
Material: Muschelkalk, 1,20 × 0,60 × 2,30 m
Standort: Bildungszentrum Bohlschule, Grünanlage
Zwei gewaltige Fäuste sind kompakt und kräftig aus dem Muschelkalkblock herausgearbeitet. Sie wachsen aus dem Sockelquader heraus, greifen ineinander und türmen sich in manieristisch anmutender Windung übereinander. Die Oberflächenstruktur des Kalksteins weist neben glatt polierten Bereichen deutliche Bearbeitungsspuren mit dem Meißel auf. In der Konzentration und formalen Beschränkung werden die geballten Fäuste zur zentralen Ausdruckschiffre für die immense Stärke des Sagenhelden Herkules.
Zwölf Aufgaben musste er bewältigen. Die erste Herausforderung bestand darin den nemeischen Löwen zu töten. Dessen Fell war jedoch so dick, dass keine Waffe durchdringen konnte. Herkules gelang es dennoch den Löwen zu töten – mit seinen bloßen Händen. Im Werk von Christoph Traub steht die fragmentierte menschliche Figur im Mittelpunkt.
Künstler: Unbekannter Künstler (Franklin Pühn zugeschrieben, nicht nachweisbar)
Titel: Zusammenfluss Schwarzer und Weißer Kocher, 1964
Material: Stein
Standort: Unterkochen, Dorfmühle 11
Als Wasser noch nicht wie selbstverständlich aus dem Hahn kam, waren Brunnen in Unterkochen stets gegenwärtig. Heute haben sie ihre ursprüngliche Funktion als Wasserstelle für alle Bürger verloren. Sie sind zu schmückenden Bestandteilen einer gepflegten Ortschaft geworden. Bei so manchem mag das eine Idylle der „guten alten Zeit“ heraufbeschwören, die tatsächlich so nie existierte.
Einer dieser Brunnen thematisiert den Zusammenfluss des Weißen und Schwarzen Kochers. Zwei formal reduzierte Gestalten, knien leicht erhöht über dem flachen Brunnenbecken. Einander zugewandt, verbinden sie sich durch ihre Arme, was die Geschlossenheit der Komposition betont. Zwei schmale Wasserstrahle, die gemeisam in das darunterliegende Wasserbecken fließen, symbolisieren sinnfällig das Zusammentreffen der beiden Flüsse.
Künstler: Ernst Wanner
Titel: Bremer Stadtmusikanten 1959
Material: Draht
Standort: Gebäude Reichsstädter Markt, Friedhofstraße 1
Ursprünglich stand an dieser Stelle die Gartenschule für Jungen. Die Drahtplastik „Bremer Stadtmusikanten“ verzierte ab 1959 die westliche Giebelseite der Schule. Damals wurde das alte Schulgebäude grundlegend renoviert. Für die „Kunst am Bau“ wurden die beiden Aalener Künstler Rudolf Walter Haegele und Ernst Wanner angefragt zur künstlerischen Gestaltung der Fassade. Die Idee Wanners das Märchen der vier musizierenden Tiere (Esel, Hund, Katze, Hahn) zu gestalten, fand Zustimmung beim Stadtbauamt und dem Gemeinderat. Was die Intention für dieses Motiv war, ist unbekannt.
1980 musste die Schule dem Einkaufszentrum „Reichstädter Markt“ an dieser Stelle weichen. Als Erinnerung an die ehemalige Schule wurde die Drahtplastik an der Fassade des „Reichsstädter Markt“ angebracht.
Neben den Kunstaufträgen im öffentlichen Raum wurde der Maler Ernst Wanner als Porträtist sehr geschätzt. Er selbst bezeichnete sein künstlerisches Schaffen als die „Herausforderung, die die Welt um mich an mich richtet, gerecht zu werden." (Ernst Wanner)
Künstler: Werner Zaiß
Titel: Römerobelisk
Material: Stahl/Acryl, Höhe rund 10,00 m
Standort: Hofherrnweiler, Hofherrnstraße 2
Im Zentrum des Kreisverkehrs steht eine moderne Version eines altrömischen Obelisken. Ursprünglich ein ägyptisches Bauwerk nutzten die Römer die Symbolkraft des Obelisken und holten zahlreiche Monumente nach Rom. In Aalens Stadtbild verweist er auf die römische Vergangenheit der Stadt - mit 1000 Soldaten war hier das größte Reiterkastell am rätischen Limes.
Auf einem runden blau-grauen Sockel mit schwarzen Blitzen, erhebt sich der terrakottafarbene Korpus. Die vier Seiten des Pfeilers zeigen abwechselnd die schwarze Shilouette des Pegasus und einen Reiter mit Schwert. Darüber schweben Jupiterblitze. Der obere Abschluss des Obelisken bilden ausgeschnittene Hirtenstäbe und applizierte schwarze Masken, wie sie die römischen Reitersoldaten bei festlichen Anlässen trugen. Über dieser Komposition setzt eine transparente Acrylspitze einen bewusst zeitgenössischen Akzent.
Bei Dunkelheit verändert sich die Wirkung des Monuments dank einer im Inneren verborgene Lichtquelle und lässt den Obelisken in unterschiedlichen Farben aufleuchten. So verbindet Zaiß in seinem Werk römische Vergangenheit mit moderner Formensprache und Lichtkunst.