Die Vorarlberger Schriftstellerin Monika Helfer erhält für ihren Roman „Bagage“ den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis der Stadt Aalen.
Verena Güntner wird für den Roman „Power“ mit dem von der Kreissparkasse Ostalb gestifteten Förderpreis in Höhe von 7.500 Euro ausgezeichnet.
Der Festakt fand am Samstag, 24. Juli, im KUBAA statt.
Monika Helfer wurde 1947 in Au im Bregenzerwald geboren und lebt mit ihrer Familie in Hohenems in Vorarlberg. Sie ist mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet. Monika Helfer hat viele Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Robert-Musil-Stipendium, dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet. Mit ihrem Roman „Schau mich an, wenn ich mit dir rede“ (2017) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschien von ihr Anfang 2021 der Roman „Vati“.
Die Berliner Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn würdigte in ihrer Laudatio die Hauptpreisträgerin Monika Helfer und ihren Roman „Die Bagage“. „Woran haben Sie zuletzt getragen?“, fragte sie ins Publikum und näherte sich einfühlsam der Familiengeschichte der Hauptpreisträgerin, in die sich Helfer in ihrem Roman förmlich „hineinschraube“. Beim Lesen denke man automatisch an die eigene Bagage. „Niemand hat keine Bagage“, sagt Krohn und zieht Parallelen zu Schubart, dem es wohl auch so ergangen sei, als er zehn Jahre in Festungshaft auf dem Asperg saß. Schubarts Ehe sei „nicht gerade harmonisch“ gewesen, sodass vielleicht sogar seine Frau Helene noch schwerer an der Schubart-Bagage tragen musste.
„Ich schrieb, was ich sah“, erinnert sich Monika Helfer selbst an ihr langsames Herantasten an die Schriftstellerei. „Ich musste mit der Sprache vorsichtig sein, erst genau beobachten und dann niederschreiben.“ Die eigene Familiengeschichte traute sie sich erst zu schreiben, nachdem das „Hauptpersonal“ nicht mehr lebte, bekennt die Dichterin.
Dem Roman „Die Bagage“ ist mit „Vati“ ein zweites Werk gefolgt, in dem Helfer ihrem Vater ein schriftstellerisches Denkmal setzt. Im Frühjahr soll ein dritter Band folgen, der sich mit dem Schicksal ihres Bruders beschäftigt, der „es nicht mehr aushielt“ und sich mit 30 Jahren das Leben nahm.