Orte verändern im Laufe der Zeit ihr Aussehen. So auch Wasseralfingen. Ein Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzender Boom der Montanindustrie (Berg- und Hüttenwerk) ließ die Zahl der Gebäude in Wasseralfingen rasant ansteigen. Wohn- und Geschäftshäuser wurden gebaut, umgebaut, abgerissen und neugebaut. Auch entstanden ganze Straßenzüge und Plätze neu.
Dieses neue Alt-Wasseralfingen wurde für die Generation unserer Urgroßeltern zur vertrauten und identitätsstiftenden Heimat.
Viele der Gebäude aus damaliger Zeit sind inzwischen wieder verschwunden. Während ältere Bewohner Wasseralfingens diese Bauten selbst noch erlebt haben, stehen jüngeren zum Kennenlernen nur noch ein paar Schwarz-weiß-Fotos zur Verfügung. Bis heute erzeugt ein immerwährender Wandel
des Ortsbildes auch ein stetiges „Verschwundenes Wasseralfingen“.
Die Ausstellung im Museum (Bürgerhaus) stellt beispielhaft mit Hilfe von 70 Plakatbahnen das "Verschwundene Wasseralfingen" vor. Dabei enthält jede einzelne Bahn zwei bis vier Fotos, die passend zum jeweiligen Standort chronologisch von oben nach unten geordnet sind.
Um Inhalte besser zu veranschaulichen, wurden Ausschnitte der verwendeten Fotos stark vergrößert, wodurch es aber auch zur Beeinträchtigung der Bildqualität (Schärfe) kam.
Zur leichteren Unterscheidung erhielten einige der 70 Plakatbahnen die Namensbezeichnung „Haus XY“ (z.B. „Haus Nuding“). Diese Zuordnung orientiert sich an den Personen, die dort wohnten (Bekanntheit oder Wohndauer).
Diese Ausstellung ist nicht nur für Wasseralfinger interessant, da die Entwicklung in anderen Orten ähnlich verlief.
Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Teil zur Industriegeschichte im zweiten Stock der Museumsgalerie: Das heutige Wasseralfingen wurde stark geprägt durch die Eisenindustrie. Erzbergbau, Verhüttung und Eisengusserzeugnisse aus Wasseralfingen waren weit über Ostwürttemberg hinaus bekannt.
Diese Entwicklung hat Spuren hinterlassen, die heute größtenteils nicht mehr sichtbar sind:
Die Bedeutung Wasseralfingens und seiner Industrie beschreibt zur Eröffnung der Remsbahn sehr treffend die „Schwäbische Kronik“ am 7.7.1861: (Dass die Remsbahn) „neben der Berührung einer Anzahl wichtiger Orte in dem großartigen, weit über Württemberg hinaus berühmten Hüttenwerk Wasseralfingen einen vorläufigen würdigen Endpunkt findet.“
Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 30. Oktober 2026 um 19 Uhr im Bürgersaal des Bürgerhauses Wasseralfingen laden wir Sie herzlich ein.
Grußworte: Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle
Hinführung: Hubert Baier, BfH
Einführung: Erik Hofmann, BfH
Musikalische Begleitung:
Bläsergruppe der SHW Bergkapelle
Öffnungszeiten Museumsgalerie im Bürgerhaus:
Freitag, Samstag, Sonntag: 14:00-17:00 Uhr und nach Vereinbarung.