Buchvorstellung: Karl-Heinz Kocka
Grußwort: Dr. Georg Feuerbach
Musikalische Umrahmung: Hans-Roman Kitterer
Albrecht Erhardt (1817–1897)
war Hüttenverwalter der Königlichen Hüttenwerke Königsbronn und Wasseralfingen. Er führte diese in ihrer Blütezeit, bis er im Jahr 1876 zu Krupp in Essen wechselte. Seine Autobiographie zeichnet ein Bild der staatlichen Industrieorganisation und des Technologietransfers in Mitteleuropa inmitten einer patriarchalen Gesellschaftsstruktur, die auch das Familienleben prägte.
Julie Mayer, geb. Erhardt, (1850–1924)
schildert nach dem 1. Weltkrieg in ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen die gleiche Familie und Gesellschaft aus der Perspektive einer Tochter – und dies im reflektierten Rückblick aus hohem Alter.
So ergibt sich in einer Mischung aus Gesellschaftsroman und Geschichtsschreibung ein hochinteressanter Einblick in ein Jahrhundert der technischen Entwicklungen und politischen Erschütterungen, das Württemberg und besonders Ostwürttemberg mit seiner Eisenindustrie bis heute prägt.
Das Buch "Eine Familie im Zeichen des Eisens" gibt einerseits in der Autobiographie von Albrecht Erhardt einen faszinierenden Einblick in die Wirtschaftsgeschichte der Eisenindustrie in Württemberg und ihre Entwicklung in der Mitte des 19. Jahrhunderts und andererseits ein Bild vom Aufblühen der Region um Wasseralfingen.
Beeindruckend aus heutiger Sicht ist dabei, wie technische Entwicklungen und Verbesserungen unbelastet von Patentgedanken geteilt und durch Reisen quer durch Europa verbreitet wurden.
Darüber hinaus vermitteln die verschiedenen Blickwinkel seiner Autobiographie und der Kindheits- und Jugenderinnerungen seiner Tochter Julie einen lebendigen Eindruck von einer fürsorglich-patriarchal geprägten Familie im vorletzten Jahrhundert. Bereichert werden die Erinnerungen von Zeichnungen dieser akademisch gebildeten Malerin und Zeichnerin.
„Es ist Karl-Heinz Kocka, dem Bund für Heimatpflege und den Erben der Familie zu verdanken, dass die Autobiographie Albrecht Erhardts und die Erinnerungen seiner Tochter Julie Mayer mit dieser Edition einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können.
Während die Beschreibungen eines Wasser-alfingens zu Beginn der Industriellen Revolution gerade lokale Heimatforscher begeistern dürfte, werden Julie Mayers Darstellungen bürgerlicher Lebenswelten im ländlichen Raum um 1850 fraglos auch wissenschaftlich interessierte Leserinnen und Leser jenseits der Ostalb finden. Dies jedenfalls ist Werk und Herausgeber sehr zu wünschen."
Dr. Georg Feuerbach, Stadtarchivar Aalen